11.11.2019

Ein Ort voller Energie: Können wir uns selbst versorgen?

Knisternde Stimmung beim Diskussionsabend des Ortsverbands der Grünen rund um das Thema Energiewende

Auf Einladung des Ortsverbands der Grünen Garmisch-Partenkirchen sind mehr als 80 Menschen am Dienstagabend, den 5. November, im Adlwärth Pavillon zusammengekommen, um auf engstem Raum gemeinsam mit lokalen und regionalen Experten über nachhaltige Energieversorgung zu diskutieren.

Sonne, Wasser, Wind – Wie kann Garmisch-Partenkirchen sein naturräumliches Potenzial zur nachhaltigen Energieversorgung nutzen? Kann Energieautarkie im Landkreis gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines langen Abends mit Redebeiträgen und anschließender offener Diskussionsrunde.

Mit Bürgermeisterkandidaten Dr. Stephan Thiel wollen wir Grünen „den Wind drehen“ und die Energiewende vor Ort mit konkreten Maßnahmen vorantreiben. Der runde Tisch zum Thema Energie ist Teil einer Veranstaltungsreihe zur Kommunalwahl 2020, wir Ideen zu verschiedenen Themen mit lokalen Fachleuten sowie den Bürger*Innen diskutieren. Thiel moderierte durch den Abend und zeigte sich inspiriert: „Der Austausch mit lokalen Experten sowie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sind enorm wichtig für unsere Ideenentwicklung. Durch diese unterschiedlichen Perspektiven können wir realistische und praxisnahe Forderungen, z.B. zur Energie- und Klimapolitik, in den Gemeinderat tragen.“

Zu Beginn des Abends sprach Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz der Grünen im Bayerischen Landtag, von Klimafolgen in Bayern und Möglichkeiten, wie Garmisch-Partenkirchen als Kommune aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. „Wenn die Energiewende gelingen soll, muss sie in die Hände der Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden“, so Stümpfig. Im Anschluss gab Stefan Drexlmeier, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Energiewende Oberland, einen regionalen Überblick über CO2-Emissionen, den Stand der Dinge zur Energiewende sowie bürokratische und gesellschaftliche Herausforderungen in unserer Region. Sein Aufruf: „Der Klimawandel ist ein menschengemachtes Problem. Das Gute daran ist, dass wir Menschen es auch wieder lösen können. Wir haben in unserer Region viel technisches Know-How, schlaue Köpfe und finanzielle Möglichkeiten, um eine Energiewende tatsächlich umzusetzen.“ Auch die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen waren am Dienstagabend durch Leiter Wodan Lichtmess vertreten. Der gab Einblicke in die Strukturen der lokalen Energieerzeugung, erläuterte die Bestandteile und Trends im Energie-Mix der Gemeindewerke, der bereits aus über 50 % Erneuerbaren besteht – Tendenz steigend.

Abschließend gab es einen Impulsvortrag von unserem Grünen-Mitglied Frank Fleischmann. Der erklärte das lokale Berg-Tal-Windsystem aus der Perspektive eines Gleitschirmfliegers und zeigte das große Potenzial von Kleinstwindrädern, kombiniert mit Solaranlagen, auf dem Hausdach oder auf Freiflächen zur Energieversorgung auf. Interessierte werden dazu aufgerufen, bei einem Pilotprojekt zum Testen der kleinen Windräder mitzumachen. „Jede/r kann seinen eigenen Strom erzeugen – dezentral, kostengünstig und umweltfreundlich!“, so Fleischmann. Als Ausklang folgte eine offene Diskussion über Windräder, Speicherseen und Ökostrom zwischen den Anwesenden. Stephan Thiel zeigte sich begeistert: „Die hohe Beteiligung bei der Veranstaltung hat uns gezeigt, dass Garmisch-Partenkirchen nicht nur ein Ort voller Energie, sondern auch ein Ort voller Menschen mit Ideen ist. Das Interesse ist da, gemeinsam den Wind zu drehen und die Energiewende anzutreiben.“ Unser Grüner Bürgermeisterkandidat möchte diese Welle der Aufbruchsstimmung gerne mitnehmen und mit Vorschlägen „voller Energie“ 2020 ins Rathaus ziehen.

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